Fett löst Fett. Die Oil Cleansing Methode – OCM.

Wenn ich am Abend den Tag vom Körper oder Gesicht waschen kann und mir dafür richtig Zeit nehmen kann – das empfinde ich als richtigen Luxus. Ok… zugegeben: Manchmal bin ich faul. Und es gibt Tage, da ich auch mal unabgeschminkt ins Bett und erwache als pickliger Pandabär … *Räusper* Ok – heute soll es aber um eine tolle Methode das Gesicht zu reinigen gehen. Ich selbst habe meine Haut bestimmt ein Jahrzehnt „überreinigt“ und auch „überpflegt“. Mittlerweile weiß ich: Weniger ist mehr – sogar viel mehr 😊 Meine Haut hat ihre Balance gefunden auch, wenn mir hormonelle Schwankungen und meine sehr trockene Haus ab und zu zu schaffen, so bin ich total happy mit meinem Hautzustand. Früher war das anders: Ich habe hunderte von Euros ausgegeben, häufig musste ich auf Cortison zurückgreifen.

Bei der Oil Cleansing Methode – ab sofort OCM – geht es aber um mehr als nur auf besonders effektive und schonende Weise das Gesicht am Abend zu reinigen. Es geht auch um ein ganz kleines Mini-Spa-Erlebnis. Für mich eine ritualisierte Abendroutine mit 5 – 10 Atemzügen, die mich beruhigen und für das Bett vorbereiten. Wie das geht erkläre ich euch weiter unten. Meine Kriterien für eine tolle Reinigung: Man ist sauber und hat den Schmutz weggenommen. Die Haut fühlt sich toll an und nicht trocken wie Pergamentpapier. Wie ihr das hinkriegt: OCM! Und es ist so easy! Traut euch – ihr werdet es nicht bereuen.

Die Oil Cleansing Method ist eine tolle Möglichkeit um die Haut porentief zu reinigen ohne die Schutzbarriere zu schädigen.

Seifenbasierte bzw. schäumende Reiniger rauben der Haut im wahrsten Sinne des Wortes ALLES. Dreck und die wichtige wichtige und schützende eigene „Ölschicht“, die wir selbst erzeugen und auch brauchen! Klauen wir der Haut immer wieder diese Schicht, dann denkt sie „Ok – dann geb ich jetzt Gas und produzier einfach mehr davon!!!“. Die Haut wird ölig, es entstehend Mitesser oder Pickel und gleichzeitig bilden sich auch noch Schuppen, weil Feuchtigkeit fehlt. Alles aus der Balance. Ja…. Irgendwie gab es mal eine Zeit in der ich dachte es muss richtig „quietschen“ und vielleicht auch ein bisschen „brennen“ nach der Reinigung. Ich weiß nicht woher dieser Gedanke kommt. Aber zum Glück bin ich aus der Phase heraus.

Wichtig: Genau wie bei dem Umstieg auf ein aluminiumfreies Deo braucht auch hier die Haut ihre Zeit um sich neu einzupendeln. Wenn du dein Gesicht bisher mit stark reinigenden und schäumenden Produkten behandelt hast, fettet sie eventuell stark nach und dein Hautbild verschlechtert sich. Die Haut brauch ca. 2 – 3 Wochen um ihre Balance zu finden. Danach wird das Hautbild feiner, weicher und stabiler. Bei mir sind die trockenen Zonen um die Augen und auch Unterlagerungen verschwunden. Das hat aber ca. 3 Wochen gedauert – das ist nämlich auch die Dauer von einem Hautzyklus.

Wie mische ich mir meinen ölbasierten Reiniger?

Meine Meinung zu ätherischen Ölen in deiner OCM-Kreation: Ich halte die Auswahl und auch Intensität der Öle sehr gering. Wenn ich mein Gesicht danach mit meinem Toner, Nachtserum und vielleicht mit meiner Shea-Creme pflege muss in meinen Reiniger nicht viel rein. Die Kreationen, die ich hier zusammenstellen, haben eher einen Wellnesscharakter oder (wenn ich sehr verpickelt bin) einen starken „Reinigungscharakter“. Die nährenden und aufbauenden Öle hebe ich mir meist für meine Pflege danach auf. Dennoch ist das eine ganz individuelle Entscheidung. Da wir den Ölreiniger am Abend nutzen, kannst du auch gut Zitrusöle (reinigend und klärend!) einarbeiten.

Theoretisch könnt ihr alle Öle zur Reinigung des Gesichts nehmen. Es gibt aber zwei Öle, die in meiner Mischung immer enthalten sind.

  • Trägeröl
    • Natives Kokosöl ist sehr pflegend und entzündungshemmend. Es ist antibakteriell und reinigt hervorragend die Poren bzw. unterstützt bei der Heilung von bereits geröteten oder entzündeten Stellen. Es ist ein echter Allrounder und kann im entsprechenden Verhältnis immer gut verwendet werden. Wenn ihr das native Kokosöl in einem Topf bei seeeehr geringer Hitze schmelzen lasst, dann stellt sicher, dass es unter 40 Grad ausgekühlt ist, bevor ihr die restlichen Komponenten dazu gebt. Denn sowohl Trägeröle als auch ätherische Öle leiden unter der Hitze und verlieren einen Teil ihrer wertvollen therapeutischen Wirkung .
    • In diesem Post haben wir bereits über geeignete Öle für die verschiedenen Hauttypen gesprochen. Wähle eines oder mehrere dieser Öle aus, um die Basis zu bilden.
  • Die nächste Komponente ist Riziniusöl. Dieses Öl besitzt eine starke „reinigende“ Eigenschaft und ist für OCM deswegen hervorragend geeignet. Ich erstelle aber manchmal – besonders wenn ich sehr unter trockenen Haut leide – auch Mischungen ohne. Da Rizinusöl eine leicht „austrocknende“ Wirkung hat, haben wir die eine Tabelle vorbereitet, mit welchem Verhältnis du arbeiten kannst.
  • Die ätherischen Öle. Hier kannst du dich auch an der bestehenden Tabelle orientieren und kreativ werden. Beispiele haben wir dir weiter unten aufgelistet.
Diese Verhältnisse kannst du nutzen, wenn du gerne mit Rizinusöl arbeiten möchtest.

Ich selbst mag es das native Kokosöl aus festen Bestandteil zu verwenden – aber nochmal: Es ist alles möglich. Den Fett löst Fett und OCM funktioniert auch, wenn du ein schönes natives Ölivenöl verwendest und nichts weiter bemischt. Wenn du allerdings ätherische Öle nutzen willst, dann kannst du als Faustregel ca. auf 10 ml 1 Tropfen ätherisches Öl hinzugeben. Ich stelle mir immer die Basis her, fülle sie in meinen Dropper und geb zum Abschluss die ätherischen Öle meiner Wahl hinzu.

Achtet wie immer darauf, dass ihr hochwertige Rohstoffe verwendet – alle Öle sollten in Bioqualität, nativ und kaltgepresst sein.

Wie gehe ich bei der Reinigung vor?

Nutze OCM am Abend, bevor du schlafen gehst. Für den Morgen ist die Mischung zu wuchtig und die Haut benötigt auch keine intensive Reinigung. Hierfür gibt es bessere und leichtere Alternativen.

Folgende Schritte führst du durch:

  • Gib ca. einen Teelöffel oder ein klein wenig mehr in deine Hand und verteile dein Öl gleichmäßig im trockenen Gesicht.
    Lass die Augen erst einmal aus.
  • Beginne im Gesicht oben (an der Stirn) langsam in kreisenden Bewegungen dein Gesicht zu massieren. Spüre dabei auch deine Gesichtsmuskulatur und gib deinem Gesicht eine Massage. Stell dir vor, dass du mit dem Öl und deinen Fingerspitzen den Schmutz, der in den Poren versteckt ist rausmassieren möchtest. Atme dabei langsam und tief und genieße bereits jetzt die ätherische Öle in deiner Nase 😊
  • Denke an all die Stellen, die Aufmerksamkeit benötigen: Stirn, Wangen, Nase, Kiefermuskulatur (sehr entspannend), Kaufleiste, Kinn, Oberlippe und auch gerne den Halsansatz.
  • Nimm dir ein kleines Handtuch, z. B. aus Biobaumwolle oder aus Bambusfaser oder ein Microfasertuch. Lass das Wasser laufen bis es richtig warm ist – so, dass du es mit deinen Händen „kaum aushältst“ und tränke das Tuch richtig gut mit dem warmen Wasser.
  • Jetzt lass dir für den nächsten Schritt Zeit: Leg das Tuch auf dein Gesicht und presse es überall auf die Haut, sodass du die Wärme spüren kannst. Die Wärme öffnet deine Poren und sorgt dafür, dass die ätherischen Öle sich entfalten. Nimm tiefe Atemzüge, während du das Tuch solange auf dein Gesicht drückst, bis es nicht mehr warm ist. Bei mir sind das immer ca. fünf tiefe Atemzüge.
  • Wiederhole den vorherigen Schritt noch einmal.
  • Dann wisch mit sanftem Druck den Rest des Reinigungsöls aus dem Gesicht.
  • Jetzt wollen wir die Poren wieder schließen und der Haut einen kleinen Frischekick geben. Stell dein Wasser auf eiskalt, warte bis dein Handtuch auch eisig ist und wiederhole das Auflegen auf dein Gesicht ein letztes Mal.
  • Der Abschluss: Lass dein Gesicht leicht feucht bzw. sprüh dir etwas von deinem Toner auf und nutze deine Gesichtspflege. Ich gebe 3 – 4 Tropfen meiens Gesichtsserums für die Nacht auf meine Gesicht und dann eine gaaaaanz kleine Menge meiner Shea-Creme über drüber. Die Sheabutter schließt die Feuchtigkeit ein und sorgt dafür, dass die Haut die ganze Nacht „genährt“ wird.
  • Gute Nacht! 😴💤

Hier findest du einige Rezeptideen

  • Empfindliche Haut: 1 EL natives Kokosöl, 1 EL Jojobaöl, 0,5 TL Riziniusöl, 2 Tropfen Lavendel, 2 Tropfen Roman Chamomile
  • Trockene Haut: 1 EL natives Kokosöl, 1 EL Avocadoöl, 1 EL Hagebuttenkernöl, 0,5 TL Rizinusöl, 2 Tropfen Weihrauch, 1 Tropfen Sandelholz, 1 Tropfen Ylang Ylang
  • Ölige Haut: 1 EL natives Kokosöl, 1 EL Hagebuttenkernöl, 1 EL Traubenkernöl, 2 Tropfen Lavendel, 1 Tropfen Teebaumöl, 1 Tropfen Bergamot
  • Mischhaut/ normale Haut: 1 EL natives Kokosöl, 1 EL Jojobaöl, 2 Tropfen Geranium, 1 Tropfen Weihrauch, 1 Tropfen Wild Orange

Ich stelle für meinen Oil Cleanser ca. die doppelte Menge her und gebe die Mischung in einen Dropper. Außerdem habe ich immer zwei verschiedene Mischungen parat: Eine, wenn ich aktuell mit Unreinheiten bestraft werde und eine besonders pflegende.

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