Der ganzheitliche Ansatz: Körper und Geist mit ätherischen Ölen unterstützen

Was war zuerst da? Der Reizdarm oder der Stress? Wenn wir gestresst sind, produzieren wir Cortisol. Und es ist erwiesen, dass Stress, Trauer, Angst und Depressionen einen engen Zusammenhang mit Schlafproblemen, Herzerkrankungen und unser ganzes zelluläres System haben. Oftmals ist das ein Henne-Ei-Problem – egal was zuerst da war – Stress oder Reizdarm… Wir wissen, dass die physische und psychische Balance sich gegenseitig bedingen und beeinflussen. In diesem Artikel wollen wir die erklären, wie du deine emotionale Gesundheit mit ätherischen Ölen unterstützen kannst.

Einen Geist in Balance zu bringen, bedeutet für mich, dass den negativen Gefühlen und Emotionen der Raum genommen werden. Balance und Friede geben der Wut, Trauer und Unsicherheit weniger Macht.  Viele Studien stimmen darüber ein, dass die physische Gesundheit oft ein Ergebnis von emotionalen „Entzündungsprozessen“ ist. Mir gefällt der Gedanke, dass sich auch unsere Emotionen „entzünden“ können. Wie auch unser Blut mit Bakterien oder Viren.

Die Verbindung von Körper und Geist in traditionellen Ansätzen

Wir wissen mittlerweile, dass Erinnerungen, Traumata und schmerzhafte Erinnerungen in unserem Körper gespeichert werden können. Traditionelle Ansätze wie TCM, Ayurveda oder bestimmte Yogastile wie YinYoga machen sich dieses Wissen bereits zu nutzen. Wir verstehen unter dem Begriff Trauma häufig Extremsituationen wie Gewalt- oder Sexualverbrechen oder Tod. Doch zwischenmenschliche Situationen wie ein „weggeschoben werden“, unausgesprochene Worte, ein Auftritt in der Schulklasse oder körperliche Verletzungen führen auch zu Traumata. Subtil und manchmal nicht richtig greifbar lodern sie unter der Oberfläche und führen dazu, dass sie sich in einem Körperteil oder in bestimmten Symptomen manifestieren.

Es ist ein spannender Ansatz zu schauen, mit welchen körperlichen Themen eine bestimmte Emotion einhergehen. Dabei gibt es nahezu alle möglichen Symptome und Krankheitsbilder, welche „Emotions-Symptom-Paare“ bilden. Ist meine Schwachstelle der Magen? Der Darm? Die Haut? Der Rücken? Wo trage ich meinen Stress?

Einer der Hauptplayer hierbei ist der Darm. Lest hierfür auch gerne HIER nach. In dem Buch „Darm mit Charm“ wird der Zusammenhang zwischen Stimmung (Depressionen) und der Darmgesundheit schön beschrieben. Nicht umsonst wird unser Darm als zweites Gehirn bezeichnet.

Symptome und Emotionen – ein Beispiel

In dem Buch Essential Emotions wird der Zusammenhang zwischen Emotion und physischen Indikatoren dargestellt. Diesen Zusammenhang machen wir uns bei der Arbeit mit Emotionen und ätherischen Ölen zunutze. Er kann uns auch bei der Bestimmung von Emotionen helfen. Bei der Frage „Was fühle ich da eben gerade eigentlich?“ können körperliche Symptome Aufschluss geben.

Ein Beispiel: Schon immer ist der Rücken mein Thema. Meine Skoliose und auch mein unterer Rücken machen mir schon seit der Pubertät zu schaffen. In der Lebensphase in der sich für mich vieles geändert hat und ich viele Dinge angegangen bin hat sich das deutlich reduziert. Gleichzeitig stehe ich immer wieder vor dem Problem, dass Situationen in denen sich jemand um mich kümmert, mir Fürsorge und Liebe zeigt mich immer wieder weinerlich werden lassen. Es kullern einfach Tränen. Ich habe das nie richtig verstanden.

Der untere Rücken steht für Verletzlichkeit. Für das Gefühl nicht unterstützt und geliebt zu werden. Für Wertschätzung. Das Thema „verlassen zu werden“, und „allein sein“ war und ist immer ein großes Thema für mich gewesen mit dem ich hadere. Möchte ich auf der einen Seite alles allein schaffen und bitte nie um Hilfe, so macht es mich sehr traurig, weil ich das Gefühl habe, dass niemand da ist. Gleichzeitig suche ich nach Bestätigung und Liebe. Verwehre sie mir aber, wenn sie da ist. Noch vor wenigen Jahren hätte ich das nie so artikulieren können. Jetzt ist es ein Thema, welches ich benennen und damit auch eines an dem ich arbeiten kann. Die Tränen kullern weniger häufig. Es wird besser und ich gehe mit dem Thema „Fürsorge und Liebe“ anders um.

Öle wie Cedarwood, Arborvitae, Jasmine, Frankincense und Myrrh sind hier für mich passend. Ich habe mir meinen eigenen Roll-On hergestellt. Wenn diese Gefühle sich breit machen und sich mein „Schmerz im Rücken manifestiert“, dann ist es wieder Zeit zu reflektieren: Fühle ich mich wirklich ungeliebt? Nicht unterstützt? Glaube ich, dass niemand da ist, wenn ich rufe? Muss ich alles allein machen? Muss ich für Liebe wirklich arbeiten? Und habe ich die Liebe wirklich nicht verdient?

Die Lösung: Keine Heilung ohne Krise

Wenn wir eine chemische Ausgangsbasis schaffen, die es dem Körper ermöglicht auf ein Trauma oder eine Stressreaktion angemessen zu reagieren – dann ermöglicht das dem Körper, selbst zu heilen. Den Heilungsprozess anzustoßen. Körper und Geist zu unterstützen, die Wunden zu schließen. Wir nutzen die chemische Reaktion, um den natürlichen Heilungsprozess in Gang zu setzen, der vielleicht durch eine ungünstige Konstellation an Liganden/ Rezeptoren entstanden ist.

Beispiel: Helichrysum (Strohblume) ist DAS Öl beim Thema Verletzung. Es stillt nicht nur Blutungen und unterstützt den Heilungsprozess wie kein anderes Öl. Helichrysum dockt auch an die Rezeptoren an, die psychischen Schmerz verursachen. Die Strohblume unterstützt uns darin Vertrauen in das Leben und die eigene Heilung zu haben. Vertrauen in den Prozess, der erforderlich ist, um wieder ganz zu werden.

Leider sind wir aus dem schulmedizinischen Bereich gewöhnt: Ich behandle eine Krankheit und die Symptome verschwinden. Die Strohblume aus dem obigen Beispiel sorgt nicht dafür, dass das Problem oder das Trauma einfach „verpufft“. Oftmals bedeutet Heilung im ersten Schritt „Auseinandersetzung“ und Auseinandersetzung ist manchmal anstrengend.

Vom Trauma über die heilende Krise zu einem GANZ WERDEN kann nicht von heute auf morgen passieren. Es erfordert Reflektion, Konfrontation und manchmal auch einen Schritt zurück. Haben wir unser Trauma tief in uns vergraben, kann es auch etwas in uns verändern, was im ersten Moment – vor allem von der Umwelt – wie eine Verschlechterung aussieht. Aber lassen wir uns auf diese Reise ein, dann können wir physisch, psychisch und spirituelle Heilung erfahren.

Heilung als Prozess – Wie kann ich mich selbst in dieser Arbeit unterstützen?

Oft glauben wir, dass eine Stimmung etwas ist, das über uns hereinbricht – wie schlechtes Wetter. Eigentlich sind wir aber selbst dafür verantwortlich – wir können sogar mehr steuern als uns oftmals bewusst ist. Oft verlangt der Körper auch nach bestimmten „Liganden“, die er in Nahrungsmitteln oder „Drogen“ wie z. B. Kaffee findet. Wir sehnen uns nach einer bestimmten Reaktion im Körper. Wir haben „Lust“ auf etwas. Dieses Konstrukt machen wir uns zunutze und dirigieren die von uns ausgesuchten Liganden, um einen Effekt zu erzielen, den WIR uns wünschen.

Bevor wir negative Emotionen verschwinden lassen können, müssen wir sie also zuerst erkennen und annehmen. Wir müssen sie gehen lassen, um Platz zu schaffen – für etwas Neues und Positives. Wir neigen dazu diesen Schritt zu überspringen und uns auf das gewünscht Ziel (GLÜCK oder FREUDE) zu fokussieren. Was dann passiert ist oftmals ein ähnlicher Effekt wie bei den Kompensationstechniken (Extremsituationen oder Drogen) in diesem Artikel: Wir überpinseln und vergraben.

Um eine nachhaltige Veränderung im Verhalten, im Umgang mit Problemen oder Herausforderungen zu erreichen ist der erste Schritt also das ERKENNEN der Emotionen. Das Annehmen. Das „damit auseinandersetzen“ und auch benennen. Oftmals merken wir gar nicht, dass etwas nicht passt. Und wenn wir es merken, dann können wir uns oft nicht richtig benennen. Das ist der Moment, in dem ich gerne mit Affirmationskarten oder Emotionskarten arbeite. (Die Links zu den Karten findet ihr am Ende des Artikels.) Ich blättere die Karten durch und merke: ich fühle mich zu einer bestimmten Gruppe von Begriffen hingezogen. Ich lese die Worte, die Sätze und mir wird auf einmal klar: „Stimmt. Ich fühle mich verletzlich und allein gelassen.“ Ich frage mich: „Warum ist das so?“ Und schon bin ich einem Prozess, der mich auch auf der Entwicklungsseite weiterbringt.

Die passenden Affirmationssätze und zugehörigen Öle unterstützen sich gegenseitig. Hierbei sprechen wir von einem ganzheitlichen Ansatz. Und die Ganzheitlichkeit ist etwas, dass ich an meinen ätherischen Ölen so liebe.

Ich finde in diesem Zusammenhang das Bild von einem Garten schön. Ein Garten in dem sich ein wucherndes Unkraut breit gemacht hat. Dieses Unkraut möchten wir gerne ausgraben, entfernen und Platz für eine neue schöne Pflanze machen. Ätherische Öle erledigen den Job des „Ausgrabens“ nicht für uns – vielmehr schaffen sie einen Rahmen, damit der Heilungsprozess anstarten kann. Man könnte sagen: Sie wässern den Boden, damit man die Wurzeln des Unkrauts (Trauma und negative Emotionen) besser herausreißen kann. Und nicht etwa einfach nur die Pflanze oben abreißt (Symptome überbügeln). Sie schaffen die Voraussetzung für „Selbstheilung der Infektion“. Und danach können wir dann etwas hübsches an dieser Stelle einpflanzen. Dabei ist es nicht nur der chemische Prozess, der uns mehr Wohlbefinden schenkt – das wäre ja zu einfach.

Erst wenn wir unsere Emotionen wahrnehmen, benennen und annehmen können, sind wir in der Lage sie aufzuslösen und Gutes zu säen.

Die Arbeit an dir selbst ist ein ständiger Prozess. Drei Schritte nach vorne und einer zurück. Mal mehr – mal weniger anstrengend und schmerzhaft. Es gibt verschiedene Möglichkeiten dich zu unterstützen in die Reflektion zu kommen. Es entsteht eine ein anderes „Körpergefühl“, welches auch deine Emotionen beinhaltet. Es fällt leichter zu bestimmen: Wo stehe ich heute? Was fühle ich heute?

Folgende Hilfsmittel und Techniken können dich bei dieser Reise unterstützen:

  • Affirmations- und Emotionskarten zur Lagebestimmung. Ich mag die Karten von Elena Brower und Madhavi Guemoes (zu dem Deck von Madhavi gibt es auch noch ein Buch dazu). Diese Emotionskarten mag ich auch sehr gerne.
  • Meditation und Achtsamkeitstraining.
  • Yoga abseits der Matte.
  • Journaling, Tagebuchschreiben mit Bezug zur aktuellen Stimmungslage. Ich mag das Journal von Elena Brower und die Produkte von KLARHEIT.
  • Die Natur: Egal wie und in welcher Form – ob wandern, waldbaden oder barfuß im Sand gehen – die Natur hat die Macht uns zu erden, zu zentrieren und uns Frieden zu schenken.
  • Deine Leidenschaft: Musik, Kunst, gärtnern oder Fotografie. Kommt zu deiner Leidenschaft und Ruhe zu finden.
  • Ein gesunder Lebensstil: Sorge dich um dich selbst. Mit Bewegung, Nahrung, Schlaf und einem gesunden Umfeld.
Moodmanagment. Diese Schritte helfen dir bei einem achtsamen Umgang mit deinen Emotionen.

Die emotionalen Öle von dōTERRA

Wenn wir damit beginnen mit ätherischen Ölen zu arbeiten, dann können wir bei bestimmten Einzelölen direkt eine Wirkung spüren: Lavendel beruhigt, Wild Orange bringt uns zum Lächeln. Doch wird die Emotion oder das zugrunde liegende Problem komplexer, dann wissen wir oft nicht, wie wir an die Sache herangehen sollen.

Emotionen sind Herdentiere- selten treten sie alleine auf und selten sind sie simpel zu erklären.

dōTERRA hat dafür eine Reihe von Ölmischungen kreiert, die diesen Umstand beherzigen. Streng genommen ist jedes ätherische Öl ein „emotionales Öl“, weil jedes seine ganz individuelle Wirkung auf unsere Rezeptoren und damit auch auf unsere Biochemie hat. Diese Ölmischungen, sind jedoch so abgestimmt, dass bestimmte sie „Emotionsherden“ bedienen. Die Inhalte sind so aufeinander abgestimmt, dass eine harmonische Komposition entsteht. In der folgenden Grafik haben wir verdeutlicht, welche Emotionen wir mit dem einzelnen Öl unterstützen können.

Die emotionalen Öle von dōTERRA sind einge gute Möglichkeit um sich dem Thema Emotionen und Moodmanagement zu nähern.

Das spannende an der Nutzung dieser Öle ist: Nicht immer mag ich die jeden Duft. Die Entscheidung welches Öl ich wann verwende und zu welchem ich mich hingezogen fühle, ist von meiner Laune, Stimmung und aktuellen Situation abhängig. Selbst die „Dauerbrenner“ wie Cheer und Motivate mag ich an manchen Tagen nicht riechen. Wenn ich hingegen voller Wut und Trauer bin, dann mag ich plötzlich Forgive oder Console – obwohl ich hier in meinem „Normalzustand“ eher die Nase rümpfe.

Der Körper sagt und zeigt mir was ich brauche – ich muss es nur zulassen.

Dieses Ölset ist eine tolle Möglichkeit für alle möglichen Situationen eine schöne Mischung zur Hand zu haben. Ich selbst nutze sie am liebsten verdünnt in einem 5 ml Roll-On und trage sie dann als mein „Parfum“ auf Schläfen, Pulspunkte, Nacken und Herzbereich. Sie begleiten mich zusammen mit Sätzen von meinen Affirmationskarten über den Tag. Zu Hause laufen sie im Diffusor – pur oder wieder mit anderen Ölen gemischt.

Lass deine Reise beginnen

Ich kann dich nur ermuntern, dich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Zu reflektieren. Zu analysieren. Dich selbst – aber auch andere. Wenn jemand immer wieder Magenprobleme hat – was steckt dahinter? Schluckt derjenige immer wieder runter, ohne sich selbst zu positionieren? Hat derjenige Sorgen, in die er verstrickt ist? Fühlt er sich unwohl? Diese Fragen können unterstützen ein passendes Öl zu finden. Es ist sehr spannend zu sehen, dass die Wahl der Öle bei körperlichen Symptomen leichter ist, wenn wir die emotionale Ebene hinzunehmen.

Folgende Literatur und Hilfsmittel kann ich dir zum Thema Emotionen und ätherisch Öle empfehlen. Ich arbeite unterschiedlich damit und hier gibt es kein richtig und kein falsch. Nähere dich auf deine Weise dem Thema.

Bücherliste:

Lest auch gerne hier noch mal nach, wie ätherische Öle auf unser System wirken und welcher Wirkmechansmus dahinter steckt.

Quellen:
The Essential Lilfe Book 6th Edition 2019, englisch
Essential Emotions: Your Guide To Process, Release And Live Free

Ein Kommentar zu „Der ganzheitliche Ansatz: Körper und Geist mit ätherischen Ölen unterstützen

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