Ätherische Öle und Emotionen – Simple Chemie oder Hokuspokus?

Unser physisches und emotionales Wohlbefinden ist eng miteinander verknüpft. Überspitzt gesagt könnte man in den Raum stellen „Emotionen sind Chemie in unserem Körper.“ Ja – Reaktionen im Körper gehen immer mit chemischen Prozessen einher. Serotonin, Dopamin, Oxytocin werden ausgestoßen, wenn wir uns freuen. In diesem Artikel wollen wir dir erklären, wie das „Schlüssel-Schloss“-Prinzip funktioniert, d. h. was genau diese kostbaren Essenzen mit unserem Körper tun.

Ätherische Öle sind unser Hilfsmittel um Körper und Geist in Balance zu bringen. Der Körper ist in der Lage mit sanften Schupsern seine Probleme selbst in die Hand zu nehmen. Oft fehlt nur ein kleiner Impuls.

Wie funktionieren ätherische Öle in unserem Körper?

In der Chemie gibt es sog. Liganden. Diese sind Atome oder Moleküle, welche sich mit anderen Ionen verbinden können. Als Botenstoffe heften sie sich an Rezeptoren, die als kleine „Miniantennen“ funktionieren. Durch die Verbindung werden Informationen „verteilt“ bzw. Impulse gesetzt. Es werden weitere biochemische Reaktionen innerhalb der Zellen und damit unseren Körper erzeugt.  

Neurotransmitter, Hormone aber auch Arzneien, Gifte, Viren, Neuropeptide können hierbei als Liganden agieren. D. h. ein Ligand ist erst einmal nicht positiv oder negativ. Er ist eine Art „Schlüssel“. Hierbei gibt es bestimmte Verbindungen, die „funktionieren“ und manche nicht, d. h. manche Rezeptoren im Körper verbinden sich nur mit bestimmten Liganden – ein Schlüssel-Schloss-System.

Wenn der Schlüssel passt und die Verbindung steht, dann wird eine bestimmte „Reaktion“ ausgelöst – zum Beispiel eine Emotion.

Wir unterscheiden hier in endogene und exogene Liganden. Endogene Liganden – wie Serotonin – werden im Körper selbst produziert. Exogene werden dem Körper zugeführt. Beide haben eine Wirkung auf unsere Emotionen.

Über den Geruch zu unserer Kommandozentrale

Der Geruch ist unser wichtigstes und mächtigstes Mittel um unsere Emotionen, Stimmungen und Erinnerungen zu beeinflussen. Wir Menschen können über eine Trillion Aromen wahrnehmen. Wir besitzen ein Vielfaches der Rezeptoren, die am Sehen oder Schmecken beteiligt sind. Oft signalisiert uns der Körper bei bestimmten Gerüchen „Das ist nicht gut für dich.“ – egal ob es ein Tequila oder der Geruch eines anderen Menschen ist.

Kennt ihr den Film „Alles steht Kopf?“. Hier wird toll dargestellt, was in unserem Kopf – in der Schaltzentrale – so los ist. Manche Reaktionen sind angemessen – manche vielleicht nicht. Doch wie passiert das? Der Hypothalamus – unser Kontrollcenter – ist in der Lage, Gedanken und Emotionen in verschiedene endogene (also selbst produzierte) Liganden zu übersetzen und sie zu erzeugen – meist Neuropeptide. Er stößt also Reaktionen im Körper an, welche (auch) Emotionen auslösen. Doch wie bringen wir den Hypothalamus das zu tun, was WIR wollen?

Dafür schauen wir uns den Wachhund unserer Kommandozentrale an: Die Amygdala. Sie sitzt in unserem limbischen System – das ist der primitive Teil unseres Gehirns – der Sitz unserer Emotionen. Mittendrin sitzt dieser Wachhund – und erhält ständig Botschaften – bereit zu reagieren.

Die Amygdala als Keller unser Traumata und Wachhund und damit Bewahrer vor „schlimmen Dingen“. Sie nimmt manchmal ihren Job ein wenig zu ernst.

Wie entsteht Stress in unserem Körper?

Die Amygdala ist ein wundersames Wesen. Ihr müsst sie euch als „Keller“ eurer Traumata vorstellen. Sie weiß, was euch irgendwann einmal Stress, Schmerz oder Trauer beschert hat und möchte euch davor schützen. Die Dichte an Neuropeptiden ist hier am höchsten. Ständig schaut sie sich um, ob irgendeine Bedrohung uns begegnet. Da sie nicht besonders schlau ist (das ist der Job vom Cortex!), differenziert sie bei ihren Reaktionen leider nicht unbedingt zwischen echten Bedrohungen und nicht wirklich ernst zu nehmenden. Der Wachhund bellt einfach immer los! Ein mordender Zombie und ein verpasster Bus können schon mal die gleichen Reaktionen hervorrufen – erhöhter Puls, Schweißperlen auf der Stirn – ANGST und STRESS.

Unsere ätherischen Öle fungieren in diesem System als „exogene Liganden“. Wir machen uns das Schlüssel-Schloss-System zunutze. Die Liganden docken sich an die Rezeptoren, die am Riechsinn beteiligt sind (olfaktorische Rezeptoren) und gleichzeitig sehr nah am limbischen System sitzen.

Diese Liganden legen dem Wachhund so die Hand auf dem Kopf um ihn zu beruhigen und ihm zu erklären, dass der verpasste Bus doch gar nicht so schlimm ist. Nach und nach kapiert der Wachhund das und flippt nicht mehr aus, sondern bleibt entspannt in seinem Körbchen liegen.

Nach und nach breiten sich diese Botschaften in anderen Gehirnarealen aus – wie dem „denkenden Teil“ – dem Cortex. Wenn wir also Lavendel riechen und denken „ah… Lavendelgeruch“, dann ist die Auswirkung auf unsere Emotionen und unsere Körperchemie längst in vollem Gange. Dafür muss der Cortex gar nicht kapieren was er da riecht. Deswegen ist es auch so spannend, dass Menschen mit fehlendem Geruchssinn auch auf ätherische Öle reagieren.

Beispiel: Spüren wir eine Bedrohung wird eine ganze Kette an chemischen Prozessen angestoßen, um den Körper in einen Zustand zu versetzen, der mit der Bedrohung umgehen kann. Macht die Amygdala eine Bedrohung aus, wird diese Kettenreaktion ausgelöst: Sie gibt die Information an den Hypothalamus weiter. Dann geht es weiter zur Hypophyse – die wiederum die Nebennieren informiert, die dann Cortisol und Adrenalin ausschütten. Neuropeptide verändern also unsere Körperchemie und unsere Körperchemie beeinflusst unsere Zellaktivität. Es wird Cortisol ausgeschüttet. Der Körper reagiert auf das Cortisol und wappnet sich für die Stresssituation. Wir sind im Flucht- und/ oder Angriffsmodus und bereit unser Leben zu verteidigen. Weil der Bus zu spät kam. Großartig, oder?

Weniger Esoterik als gedacht?

Ätherische Öle als exogene Liganden. Das klingt ja jetzt sehr technisch. In Wahrheit ist es Wunderwerk der Natur, mit dem wir aktiv unsere Emotionen und Stimmungen beeinflussen können.

Was wenn wir unseren physischen Körper „gesünder machen“ können, weil wir uns mit unseren Emotionen auseinandersetzen? Sie präsent machen? Sie hinterfragen? Ihnen die Macht nehmen? Was wenn wir durch gezieltes Einsetzen von „Liganden“ unsere Amygdala umprogrammieren könnten, weil wir ihr klar machen „Wenn du zu spät kommst, dann ist das kein Grund auszuflippen!“. Was wenn wir vorbelegtes Trauma umprogrammieren könnten, damit die Amygdala das Trauma auflöst?

Endorphine – aufgelöst in: endo-morphine – ein selbst gemachtes Morphin. Wenn das fehlt, dann fällt es uns schwer Dinge zu bewältigen. Wir brauchen sie nicht nur um Freude zu empfinden – sie liefern uns einen Wichtigen „Sicherheitspuffer“, der uns davor bewahrt Schmerz zu erleiden. Physisch und psychisch. Sind wir durch vergangene Traumata in einen Endorphine-Mangel geraten – füllen uns traurig, einsam, verlassen, dann können zwei unschöne Dinge passieren, weil der Körper gerne wieder Endorphine haben will und selbst nicht die Voraussetzungen schaffen kann:

  • Endorphine auszuschütten, wird zur Sucht.:
    Wir versuchen unterbewusst durch völlig übertriebene Aktionen unser Endorphine-Level wieder anzukurbeln. Extremsportarten, extremes zwischenmenschliches Verhalten (stark wechselnde Sexualpartner), Verbotenes…
  • Wir erzeugen das „Gefühl“, indem wir Drogen konsumieren:
    Wir holen uns diese Stimulation durch die Einnahme bzw. Nutzung von Drogen, welche dieses Gefühl erzeugen.

Das heißt eigentlich: Der Körper ist schlau. Er spürt, dass etwas nicht richtig ist und möchte den Mangel oder das Problem lösen. Nur der Weg oder die Lösung ist nicht ganz optimal… und: HIER setzten wir an.

Wir lassen es gar nicht erst zu diesem Mangel kommen. Wir analysieren, reflektieren und stimulieren um eine optimale Ausgangsbasis für Selbstheilung zu schaffen. Wir nutzen die ätherischen Öle von dōTERRA um diese Basis zu schaffen.

Bleibt dran lest in unserem nächsten Artikel wie das geht!

Bücherliste:

Quellen:
The Essential Lilfe Book 6th Edition 2019, englisch
Essential Emotions: Your Guide To Process, Release And Live Free

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