Nennt mich Ökotante: Selbstgemachtes Deo.

Also … ich muss sagen: vor ein paar Jahren, hätte ich mit den Augen gerollt, wenn jemand mir gesagt hätte „Ich mach mein Deo selbst.“. Ich hätte gedacht: Aha. Kräuterhexe. Hippie. Ökotante.

Tja. Nennt mich Ökotante – ich steh dazu.

Seitdem ich mit den Produkten von dōTERRA arbeite, beschäftige ich mich mehr und mehr mit diversen Inhaltsstoffen, die mich umgeben: In Kosmetik, Haushalts- und Reinigungsmitteln, Nahrung, Nahrungsergänzung. Glücklicherweise gibt es mittlerweile super Apps wie ToxFox, INCI Beauty (im Kosmetikbereich) oder CodeCheck (für alles mögliche). Hier können wir schauen was wo drinnen ist und was eventuell bedenklich ist bzw. gezielt Dinge, die wir meiden wollen ausschließen.

Selbstgemachtes Deo, bei dem wir wissen was drin ist und vor allem: eins, das funktioniert. Kinderleicht. Versprochen.

Wie war das jetzt bei dem Deo?

Beim Deo war es bei mir so: Ich habe schon vor 6 oder 7 Jahren mal in einem Anflug von Enthusiasmus mein Deo weggeworfen und dafür alumiumfreies Deo gekauft. Ich wollte keine Parabene, Aluminium oder Aluminiumderivate in meinen Achseln. Eigentlich will ich da gar nichts haben, was da nicht hingehört. Leider hab ich bei allen Deos nach wenigen Stunden gestunken wie ein paarungsbereiter Iltis. Meine Achseln waren nass und ich hab mich WIRKLICH unwohl gefühlt. Damals hat mir niemand gesagt, dass der Körper eine Weile braucht, um sich umzustellen.

Letztes Jahr hab ich mit den Versuch Nr. 2 begonnen. Ich habe eine ganze Reihe von Deos gekauft. Ich hab aufmerksam die Label gescannt, bewertet und hab auch viel online bestellt. Glücklicherweise ist es mittlerweile „in“ gesund zu leben – so schießen auch viele tolle Marken aus dem Boden, die im Bereich Naturkosmetik und Körperpflege wirklich tolle Produkte kreieren. Ich habe für mich mein Lieblinsdeo gefunden – es waren aber durchaus einige brauchbare dabei. Die Hersteller haben ihre Hausaufgaben gemacht. Liest man die Label, stellt man fest: Die Grundzutaten sind fast immer die gleichen.

Was wir wollen: Ein Deo, dass natürlich ist, funktioniert (Gerüche neutralisiert und nicht entstehen lässt). Es soll chemikalienfrei, palmölfrei, hautfreundlich und bio sein.

Nachdem aber alle meine Kosmetika bereits durch selbstgemachte Produkte ersetzt worden sind, dachte ich: Warum mach ich mir eigentlich mein Deo nicht selbst?! So weit so gut. Ungefähr 5 oder 6 Versuche später hatte ich meine optimale Rezeptur. Und damit meine ich jetzt folgendes: Ich will es nicht fettig, aber ich will es cremig. Ich will nicht stinken und wenn es geht – dann wäre auch noch toll, wenn es gut riecht.

Ich habe meine finale Version von ein paar Testen abnehmen lassen, weil ich ausschließen wollte, dass ich hier vielleicht spezielle Vorstellungen habe und was soll ich sagen…. ABGENOMMEN! Von allen Testern und Testerinnen. Mir war wichtig, dass Männer das Deo auch testen – das Thema Schweiß und Geruch ist da meistens noch etwas „schwieriger“. 😂

Ich selbst nutze das Deo mittlerweile immer. Ich hatte eine gewisse Zeit ein „Backup-Alu-Deo“ für harte Tage. Ich hatte immer Sorge, dass mein Seidenblüschen eventuell nicht mehr so hübsch aussieht, wenn mein „super-natural-bio-Deo“ versagt. Es hat sich herausgestellt: Brauche ich nicht mehr. 😁

Das Ergebnis.

Das Rezept ist gut anpassbar – indem du das Verhältnis der Zutaten leicht veränderst wird es cremiger oder fester. Ich habe mir Cremedösschen, Tiegel und Deostick-Hülsen gekauft und beides versucht. Es klappt auch beides super. Es ist natürlich, dass diese Deocreme etwas weicher wird, wenn es heiß wird. Es verliert dadurch nicht seine Wirksamkeit. Im Sommer oder auf Reisen würde ich deswegen lieber Dösschen verwenden, weil die weiche Masse in dem Stick nicht so gut zu verwenden ist.

Die Anwendung.

Ich nehme mir mit dem Finger ein wenig Deo und reibe mir die Achseln damit ein. Das funktioniert mit dem Stick direkt nicht so gut, weil es ein bisschen zu weich ist. Aber wenn ihr eures etwas fester macht, geht das wahrscheinlich auch gut. Wartet ein oder zwei Minuten, bevor ihr euch anzieht.

Viel hilft NICHT viel. Eine kleine Menge auf die gewaschene saubere Achsel geben und schön verreiben – Hände danach waschen.

Falls ihr bisher nur „normales Deo“ verwendet habt: Gebt euren Körper ein wenig Zeit. Bei mir hat es ca. eine Woche gedauert, bis ich darauf umgestellt war. Eventuell müsst ihr am Anfang öfter duschen bzw. die Achseln waschen. Ich weiß, dass der Prozess bei manchen länger dauert. Bitte bedenkt hierbei: es ist natürlich zu schwitzen – dieses Deo wird das nicht vermeiden. Aber: wir wollen nicht stinken – und das schafft das Deo wunderbar. Die Produkte, die ich mir früher unter die Arme geschmiert habe, haben einen natürlichen Prozess unterbunden. Und das möchte ich nicht mehr. ENDE. AUS. SCHLUSS DAMIT.

Und was sagt der Geldbeutel?

Ich habe alle Zutaten des Rezepts zu Hause – bis auf Kieselgur. Die tollen natürlichen Deos der Naturkosmetikmarken haben ihren Preis. Zwischen 5 € und 20 € ist so ziemlich alles möglich. Wenn ich die Zutaten aufrechne, dann komme ich mindestens auf den gleichen Preis – eher wird es günstiger für mich, vor allem bei einigen trendy Onlinemarken.

Ich wähle meine Öle, meinen Duft und meine Konsistenz.
Ich kann es nur empfehlen.

Die Zutaten

Vor allem diejenigen unter euch, die schon häufiger Kosmetik selbst gemacht haben, werden fast alles im Haus haben. Folgende Zutaten brauchen wir:

  • Kokosöl: Rohes unraffiniertes Kokosöl ist bereits von Haus aus antibakteriell. Da Kokosöl eher weich ist, versuchen wir es mit der Butter und dem Bienenwachs etwas zu festigen.
  • Sheabutter: Rohe und unraffinierte Sheabutter hat viel Vitamin A und E und ist sehr beruhigend und pflegend für unsere zarte Haut an den Achseln. Besonders nach der Rasur ist es toll. Alternativ oder in Kombination könnt ihr Kakao- oder Mangobutter verwenden – das habe ich bisher aber noch nicht getestet.
  • Bienenwachs: Das Wachs stabilisiert das ganze Rezept und gibt ihm Festigkeit. Wenn ihr also euren Stick noch fester haben möchtet, dann gebt ein wenig mehr Bienenwachs hinzu. Das gute ist: Es verstopft keine Poren, pflegt die Haut und hilft den anderen Bestandteilen des Rezepts da zu bleiben wo wir sie haben wollen um zu wirken. Wichtig: Es macht Sinn hier weißes Bienenwachs zu verwenden – gelbes Bienenwachs könnte auf heller Kleidung Rückstände hinterlassen. Die vegane Variante wäre Carnubawachs – hier benötigt man ca. die Hälfte – ihr müsst also eure Rezeptur anpassen.
  • Ätherische Öle: Ähterische Öle unterstützen die Wirkung des Deos. Wir machen uns die antibakterielle Wirkung zunutze. Mein Körper reagiert besonders gut auf das Deo, wenn ein Anteil Melaleuca und ein weiterer Anteil eines Zitrusöls enthalten ist. Aber: Deiner Fantasie bei der Mischung sind keine Grenzen gesetzt. Unten findest du ein paar Optionen, die ich besonders schön finde. Ich versuche immer mal wieder was neues.
  • Vitamin E: Wie immer gebe ich Vitamin E in mein Kosmetikprodukt, weil es sowohl das Produkt als auch die Haut „stabilisiert“ indem es antioxidativ wirkt.
  • Die trockenen Zutaten: Gebe von dieser Mischung etwas mehr dazu, wenn du möchtest, dass das Deo etwas mehr bindet und fester wird. Sie saugt Feuchtigkeit auf – verhindert aber nicht das Schwitzen.
    • Baking Soda/ Natron: Natron neutralisiert Bakterien, die für die unangenehmen Gerüche verantwortlich sind.
    • Maisstärke/ Pfeilwurzmehl: Bei den ersten Versuchen habe ich nur mit Stärke gearbeitet. Inzwischen mixe ich beides. Dieses Pfeilwurzelmehl ist toll. Es macht die Konsistenz ein wenig dicker und wirkt außerdem antioxidatitv und entgiftend. Wenn du kein Pfeilwurzmehl hast, kannst du es auch durch mehr Maisstärke ersetzen. Alternativ wäre auch Tapiokastärke möglich.
    • Silizium/ Kieselerde/ Kieselgur: MEINE GEHEIMZUTAT! Kieselgur wird für viele verschiedene Dinge rund um das Thema Kosmetik und Gesundheit verwendet. Achtung: Verwende Kieselgur in Lebensmittelqualität und achte darauf, dass du es nicht einatmest. (In der Kosmetik wird Kieselgur oft unter DIATOMACEOUS EARTH geführt.)
  • Außerdem benötigt ihr zur Herstellung:
    • Eine Schüssel für ein Wasserbad auf einem passenden Topf.
    • Ein digitales Thermometer.
    • Eventuell eine Waage.
    • Eure Behälter für euer Deo.
Egal ob ihr Döschen, Glastiegel oder leere Deohülsen verwendet – je nach gewünschter Konsitenz und eurer Vorliebe ist alles möglich. Alle Behälter sind wiederverwendbar. Gut für Umwelt und den Geldbeutel.

So geht’s

Lest euch zuerst durch, wie es funktioniert und legt euch dann alles bereit, was ihr für die Zubereitung benötigt.

  • 1 EL Bienenwachs, 3 EL Kokosöl, 2 EL Sheabutter in die Schüssel für das Wasserbad
  • 1,5 EL Baking Soda, 1,5 EL Maisstärke, 1,5 EL Pfeilwurzmehl, 1,5 EL Kieselgur in ein Schälchen
  • 5 Tropfen Vitamin E Öl und ca. 10 – 20 Tropfen ätherisches Öl
  • Eure gewünschten Behälter

Und dann gehts los:

  • Die Fette und Butter (Kokosöl, Bienenwachs und Sheabutter bw. die Alternativen) mit seeeehr niedriger Hitze schmelzen lassen. Idealerweise macht ihr das mit einem Wasserbad, damit die Mischung auf keinen Fall zu viel Hitze bekommt. Das Bienenwachs dauert lange – dreht die Hitze nicht hoch. Rührt immer weiter und habt Geduld.
  • In einem zweiten Behälter gebt ihr die trockenen Zutaten und mischt diese gut durch.
  • In einem kleinen Dropper gebt ihr eure Mischung der ätherischen Öle hinein, damit es später etwas schneller geht.
  • Wenn eure „Butter-Fett-Öl“-Mischung geschmolzen ist, gebt die trockenen Zutaten hinzu und rührt alles gut durch. Ein kleiner Schneebesen hat bei mir nicht gut funktioniert, weil die Masse schnell fest wird und man dann alles dazwischen hängen hat.
  • Lasst die Masse ein wenig abkühlen und versichert euch, dass die Temperatur unter 40 Grad gefallen ist, bevor ihr nun die ätherischen Öle hinzugebt. Nutzt im Idealfall ein digitales Thermometer.
    (wenn die Masse zu heiß wird, geht die therapeutische Wirkung der Öle ganz oder teilweise verloren)
  • Füllt eure Deosticks oder Cremedösschen. Achtet darauf, dass ihr ständig rührt. Die trockenen Zutaten setzten sich relativ schnell ab. Ich habe es teilweise mit einem kleinen Holzspatel „reingespachtelt“.
  • Wenn die Masse zu fest geworden ist, nutzt noch einmal das Wasserbad – aber macht es nur so warm, wie wirklich nötig – ihr wollt die ätherischen Öle nicht zerstören – die Wirksamkeit würde darunter leiden.
  • Wichtig: Gebt die Reste in eurer Schüssel/ eurem Topf nicht in den Abfluss. Wenn die Mischung fest wird, könnte das eine Verstopfung auslösen. Lasst alles abkühlen und kratzt es dann raus um es im Abfall zu entsorgen.
  • Lasst das Deo am besten 2 Tage aushärten. Die Stärke benötigt ein bisschen um sich richtig mit dem Öl zu verbinden.
  • Packt ein schönes Label drauf. (siehe unten)
  • Benutzt euer selbstgemachtes Deo. ❤

Hier ein paar Duftvariationen für dich

  • MEIN aktueller Favorit: je 4 💧 Teebaum, Bergamot und Litsea (oder Tangerine)
  • Weibliche Düfte
    • 7 💧 Lavendel, 3 💧 Patchouli
    • 4 💧 Teebaumöl, 6 💧 Lavendel
    • 5 💧 Geranie, 3 💧 Ylang Ylang, 3 💧 Teebaumöl
  • Unisex
    • je 4 💧 Litsea, Wild Orange, Teebaumöl
    • 6 💧 Rosmarin, 4 💧 Zitrone (Vorsicht: Sonne!)
    • Je 3 💧 Geranie, Rosmarin, Weihrauch, Eukalyptus
    • 3 💧 Limette, 6 💧 Salbei (Vorsicht: Sonne!)
    • 10 💧 Purify
    • je 5 💧 Bergamot und Cedarwood
    • 4 💧 Vetiver, 6 💧 Geranium

Männermischungen

Bei Männern würde ich als Kopfnote immer mit einem der etwas holzigeren Düfte arbeiten. Mögliche Öle könnten z. B. sein: Cypress, Cedarwood, Douglas Fir/ Siberian Fir, Frankinsense, Myrrh, Melaleuca, Sandalwood, Vetiver, Juniper Berry – aber auch Cinnamon und Clove.

Ich persönlcih würde immer mit ein paar weniger Tropfen Melaleuca arbeiten, einem der oben genannten und etwas als Ausgleich, z. B. ein Zitrusöl oder etwas blumiges. Beispiele könnten sein:

  • 3 💧 Melaleuca, 4 💧 Cypress, 3 💧 Wild Orange, 2 💧 Frankincense
  • 4 💧 Cypress. 3 💧 Tangerine, 3 💧 Siberian Fir, 3 💧 Melaleuca
  • 4 💧 Douglas Fir, 3 💧 Lemon, 3 💧 Melaeuca

Häufige Fragen

  • Wenn ihr nach dem Nutzen des Deos mit geröteten Stellen unter den Armen zu kämpfen habt, dann gebt weniger Baking Soda/ Natron hinein. Verändert das Verhältnis zugunsten der anderen trockenen Zutaten.
  • Es gibt Menschen, die auch auf natürliche Zutaten reagieren. Es gibt z. B. oft eine Kreuzreaktion von Latex und Shea. Achtet auf mögliche allergische Reaktionen und wechselt dann zu den Alternativen.
  • Viel hilft nicht viel. Das heißt: Mehr ätherisches Öl wirkt nicht besser – im Gegenteil – zu viel kann auch Hautreizungen auslösen.
  • Wenn dich der Geruch von dem Kokosöl stört, dann kannst du auch desodoriertes (raffiniertes) Kokosöl verwenden.
  • Achtet darauf, dass ihr Duftmischungen mit Zitrusölen nicht im Sommer verwendet bzw. wenn die Achseln der Sonne ausgesetzt sind. Das kann Hautreizungen und Pigmentflecken verursachen (photosensitive Öle). Wenn ich Zitrusöle verwende, dann nur wenige Tropfen – bisher habe ich noch keine Probleme damit gehabt.

In diesem Artikel findet ihr Links vom Amazon Partnerprogramm. Wenn du diese Links benutzt unterstützt uns mit einer kleinen Provision in unserer Arbeit. Wir danken dir dafür.

2 Kommentare zu „Nennt mich Ökotante: Selbstgemachtes Deo.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.