Energie tanken im Schlaf.

Es gibt viele Studien darüber, dass ein hoher Prozentanteil der Menschen unter Schlaflosigkeit oder Schlafstörungen leidet. Die Werte reichen von 50 – 80 %. Es ist die Rede von Einschlaf- oder Durchschlafstörungen. Von Alpträumen. Es geht oft um Ruhelosigkeit, einen lauten Kopf. Finanzielle Sorgen, eine hohe Arbeitsbelastung oder Beziehungs- und Familienthemen sind häufig Auslöser. Eine Studie sagt, dass ca. 33 % der US-Amerikaner nicht die empfohlene Anzahl an Schlafstunden erhält.

Eine lange Zeit bin ich nur nur mit einem Post-It neben dem Bett eingeschlafen – weil ich mir alles, was mir im Kopf rumging erst einmal aufschreiben musste um schlafen zu können. Wenn ich das nicht gemacht habe, hatte ich oft das Gefühl „etwas zu vergessen“ oder eine Vorahnung wie „Ich verpasse meinen Flieger.“ – das hat mich dann die ganze Nacht begleitet. Am nächsten Morgen hab ich oft gesagt „Ich fühl mich, als hätte mich ein Bus überfahren.“.

Wenn es mal die ein oder andere Nacht ist – ok. Wenn wir aber regelmäßig und durchgängig von Schlafproblemen begleitet werden, dann ist handeln angesagt. Eine gründliche Ursachenforschung ist notwendig, wenn man die „Störung“ dauerhaft beheben will.

Oft entsteht eine Art Teufelskreis: Durch den Schlafmangel kommen weitere Nebenwirkungen hinzu, man wird noch gestresster, was noch weniger Schlaf zur Folge hat. Wir fühlen uns gerädert am nächsten Tag und dann liegt man abends wieder im Bett und denkt „aber ich muss doch schlafen!“… oder: Wir schlafen, schlafen und schlafen – aber wachen trotzdem müde und gerädert auf.

Ätherische Öle können dich bei Einschlaf- und Durchschlafstörungen unterstützen wieder zur Ruhe zu kommen.

Warum können wir nicht schlafen?

Ähtersiche Öle können eine sanfte und wirkungsvolle Unterstützung sein. Trotzdem ist es für mich wichtig immer zu hinterfragen: Woher kommt die Ruhelosigkeit und was ist der Kern des Problems? Tablet, Fernseher, PC und Smartphone – aber auch ungesunde Angewohnheiten im Bereich Ernährung, Bewegung führen häufig zu unnatürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus.

Abgesehen davon, dass wir uns manchmal schwer tun beim Ein- und Durchschlafen gibt es auch noch Schlafapnoe bzw. starkes Schnarchen, Restless Legs, Depressionen, Herz-Kreislauferkrankungen und Wechseljahre. Aber auch eine Demenz, Neurosen, Traumata, Medikamentnebenwirkungen, verschobene Tag-Nacht-Zyklen (Jetleg oder Nachtschicht) sowie Drogenmissbrauch können Schlafstörungen auslösen. Wenn wir einen klaren Auslöser sehen, dann können wir manchmal leichter etwas dagegen tun – es ist „fassbar“. Wenn wir nicht wissen warum wir nicht schlafen können, dann sprechen wir von einer „Insomnie“.

Das verrückte an der ganzen Sache: Schlechte Schlafqualität wirkt sich nahezu auf alle Körpersysteme aus! Unsere Emotionen, Wahrnehmung, der Stoffwechsel und das Hormonsystem geraten durcheinander. Für manche entsteht ein hoher Leidensdruck.

Wie finde ich meine Mischung?

Die meisten Öle, die wir hier aufzählen haben ein paar Eigenschaften gemeinsam: Sie alle wirken beruhigend, entspannend, angstlösend und antidepressiv. Sie wirken sich positiv auf eine innere Unruhe und Einschlaf- und Durchschlafstörungen aus. Trotzdem haben sie alle ein ganz individuelles Profil.

Jeder Mensch ist anders. Und wenn ich heute nicht einschlafen kann ist es vielleicht anders als gestern. Ich möchte euch ermutigen euch ein bisschen durchzuprobieren.

Wenn mein Kopf voll ist und ich irgendwie wuselig bin, dann liebe ich Balance. Wenn ich Sorgen habe, dann liebe ich Vetiver und Sandelholz. Wenn ich einfach nur eine anstrengde Woche habe und mich ruhelos fühle, dann nehme ich Lavendel oder Serenity. Das sind MEINE Regeln und ich reagiere so. Generell reagiert mein Körper auf die erdigen und holzigen Noten eher als auf die Blumigen. Aber das ist eben bei jedem anders.

Die Einzelöle für einen erholsamen Schlaf

  • Bergamot: Eine Besonderheit – ein Öl, welches als belebendes und beruhigendes eingesetzt werden kann. Ich liebe die Frische.
  • Cedarwood (Zedernholz/: Warum und holzig, fast samtig. Es wirk erdend und erzeugt eine gemütliche Atmosphäre.
  • Copaiba: Das gesamte Körpersystem entspannt und relaxed. Vor allem bei nervlich hoher Belastung und hoher Spannung im Körper toll.
  • Cilantro (Koriander): Für mich gewöhnungsbedürftig – aber auch sehr wirksam.
  • Clary Sage (Muskatellersalbei): Sehr blumig und stimmungsaufhellend. Wenn wir nicht schlafen können, weil uns etwas bedrückt, kann es gut unterstützen. Außerdem hormonausgleichend und ein guter Tipp bei Schlaflosigkeit in den Wechseljahren.
  • Cypress (Zypresse): Der frische Duft unterstützt bei der Atmung und gibt uns Sicherheit und Erdung. Bei Verlustgefühlen oder Heimweh.
  • Frankincense (Weihrauch): Bringt uns Frieden und wirkt stark antioxidativ. Wir tun dem gesamten „System“ etwas gutes.
  • Lavender: Der Klassiker. Auch interessant: Er beruhigt auch das innere System z. B. bei stressbedingtem Reizmagen, Reizdarm.
  • Majoran: Bei Ausnahmesituationen z. B. Traumata wie durch große Trauer löst es die seelischen „Krampfzustände“.
  • Melisse: Das Öl des Lichts. Stärkend, harmonisierend und stimmungsaufhellend. Bei dauergestressten Menschen, die häufig mit Migräne und Depressionen reagieren.
  • Petitgrain: ein sehr spezielles Aroma – aber sehr wirkungsvoll. Wen der Geruch stört, kann es gut einnehmen oder auf die Fußsohlen auftragen. Es entspannt und beruhigt das gesamte Nervensystem. (ich mag es sehr!)
  • Römische Kamille: Beruhigen bei überreizten Nerven. Wirkt harmonisierend, bei Einschlafstörungen und Schockzuständen. Wenn wir etwas zu „verarbeiten“ haben.
  • Sandelholz: Wirkt sehr ausgleichend, besänftigend und erdend.
  • Siberian Fir: Gibt Erdung, Verankerung und Stärke. Der Körper entpannt.
  • Thyme: Beim Schnarchern vor dem Einschlafen auf den großen Zeh geben.
  • Vetiver: aufbauend, erdend, stabilisierend – für Luftikusse und Phantasten.
  • Wild Orange: Gegen Nervosität und Angst. Wirkt stimmungsaufhellend und schlaffördernd.
  • Ylang-Ylang: Kann bei Wut, Groll und Ärger gut unterstützen. Auch bei hormonellem Stress wirkt es ausgleichend.

Ölmischungen zur Unterstützung bei Schlafproblemen

  • Serenity: Unterstützen vor allem das Durchschlafen und sind eine tolle Basismischung um zur Ruhe zu kommen.
  • Serenity Softgels: Bei „nervösen Typen“, die z. B. auch zu einem nervösen Magen neigen können die Softgels den Schlaf bzw. die Schlafqualität verbessern.
  • Balance: Ein erdiger beruhigender Duft. Ich liebe ihn sehr.
  • Breathe/ Air: Eine freie und tiefe Atmung unterstützt auch den Schlaf. Wenn du zu Atemwegserkrankungen neigst, kann dir Air helfen.
  • Peace: Auch Peace ist eine schöne Variante um zur Ruhe zu kommen.
  • Calmer (Kid’s Collection): Für Babys und Kinder entwickelt – aber auch ich liebe ihn.

Mischungen für den Diffusor bzw. zur Einnahme

Ich stelle mir die u. g. Mischungen immer in einem Dropper in der ca. 5-fachen Menge her. Diese nutze ich dann ein paar Tage oder im Wechsel mit einer anderen, bzw. nutze die Mischung auch für einen 5 ml-RollOn. Wenn die Einzelöle zur Einnahme geeignet sind, kannst du dir die Mischung auch in eine Kapsel geben. Weiter unten am Ende des Artikels findest du noch eine ausführliche Liste mit vielen verschieden Optionen zum ausprobieren.

Hier findest du ein paar Optionen für Mischungen mit äthersichen Ölen für einen erholsameren Schlaf.

Wie wende ich die Mischungen?

Es gibt mehre Möglichkeiten „deine Mischung“ zu nutzen. Versuch, welche Methode für dich am effektivsten ist.

  • Im Schlafzimmer bzw. schon am Abend im Wohnzimmer diffusen, z. B. 4 – 6 Tropfen.
  • In einen Roll-On geben und auf Fußsohlen, auf den Bauch und auf Schläfen/ Nacken geben (5 ml, damit man die Mischung häufiger wechseln kann), z. B. 10 – 15 Tropfen.
  • In ein kleines Spray machen und Raum und Bettzeug vor dem Schlafen gehen besprühen, z. B. 5 – 10 Tropfen auf ca. 50 ml Wasser. Das Öl hierzu auf einen Teelöffel reinen Alkohol mischen und dann erst mit dem Wasser mixen. Das ganze gut mischen!
  • Einige Öle kannst du auch einnehmen, z. B. 4 Tropfen Lavendel vor dem Schlafen gehen in eine Kapsel und rein damit! Weitere Optionen: Petitgrain, Vetiver, Römische Kamille, Wild Orange.
  • Wenn du abends duschst oder badest kann du die Öle im Badewasser oder auf den Duschboden geben um hier schon von der beruhigenden Wirkung zu profitieren, ca. 6 – 15 Tropfen.
  • In deine Kosmetikprodukte geben z. B. in ein neutrales Duschgel oder eine neutrale Körperlotion, z. B. 6 – 10 Tropfen.

Was kannst du sonst noch tun?

Manchmal tun wir Dinge, die nicht gerade förderlich für ein gutes Schlaferlebnis sind. Hier sind noch ein paar Dinge, die du eventuell ändern kannst.

  • Abends nach dem Zähne putzen je einen Tropfen Weihrauch und Copaiba unter die Zunge.
  • Eine Darmkur kann große Auswirkung auf das Schlafverhalten haben. Nimm über 3 Monate (min. 4 Wochen) den probiotischen Komplex am Morgen (auf den leeren Magen).
  • Abends keine kohlenhydratreichen Lebensmittel. Dadurch gelangt weniger Glukose ins Blut. Es entstehen weniger Heißhungerattacken. Besser: Eiweiß bzw. Fett z. B. Nüsse.
  • Sport – aber nicht zu spät. Time deinen Sport ca. 4 h vor dem Schlafen gehen ein.
  • Ein Schlafrhythmus: Ich brauche min. 8 h Schlaf. Ich gehe um 22 Uhr ins Bett und stehe um 7 Uhr auf. Der Körper gewöhnt sich daran.
  • Smartphone mit dem Blaufilter versehen (dafür gibt es eine App) und weniger elektronische Geräte nutzen. Die Produktion vom Schlafhormon Melatonin wird durch das blaue Licht bzw. generell bei hellem Licht nicht „angestartet“.
  • Der Wasserhaushalt hängt unmittelbar mit dem „Schlafbedarf“ zusammen. Wenn wir wenig geschlafen haben, brauchen wir mehr Wasser. Wir schlafen besser, wenn wir viel getrunken haben. Wenn wir gestresst sind vergessen wir leider auch oft zu trinken – aber es ist für das „herunterfahren“ des Körpers sehr wichtig gut hydriert zu sein.
  • Kein Kaffee oder Alkohol am Abends.
  • Kreiert eine wohlige Atmosphäre. Licht, Musik, Stimmung. Räumt Ärgernisse und alles was euch beschäftigt aus, damit euch nichts mehr belastet.
  • Eine kurze entspannende Yogaeinheit bringt den Geist zur Ruhe und bereitet den Körper für den Schlaf vor. Ich kann dir die Videos von Silvio Fritsche empfehlen.
  • Bevor du den Diffusor anmachst nochmal gut durchlüften bzw. die Heizung niedriger als im Rest der Wohnung einstellen.
  • Schlafen kultivieren: Das Bett ist zum Schlafen. Nicht zum Zeitung lesen, Steuererklärung machen oder zum netflixen. Ja – wir konditionieren uns auf das Bild „Bett“. Für das Gehirn soll es heißen: Bett = Schlaf. Ok?

Wenn die Zwerge nicht schlafen können oder wollen…

Wenn Kinder nicht ausgeschlafen sind, passiert in der Regel folgendes: Der nächste Tag wird eine Katastrophe. Wut, Ärger, schlechte Laune, impulsives Verhalten stehen an der Tagesordnung. Auch Kinder fühlen sich gestresst – können sich nicht mehr gut konzentrieren und sabotieren ihren eigenen Tag (und den der Lehrer und Eltern….).

Chaotische Abende lassen Kinder nicht so gut zur Ruhe kommen. Wenn wir einen „Rhytmus“ oder „Muster“ kreieren – eine Routine – dann hilft das einigen Kindern. Besonders jene, die sich wohl mit „Struktur“ fühlen. Überlegt euch einen festen Ablauf, der aus folgenden Schritten bestehen könnte. Prinzipiell wirken genau die Dinge, die wir oben schon beschrieben haben. Baut das „Füße einrollern“ bei einem Kleinkind in die „Schlafi-Anzieh-Routine“. Findet schöne Namen für die Roller und kreiert schöne Labels. Kinder reagieren meist viel intensiver auf ätherische Öle. Dosiert sparsam und schaut wie sie reagieren.

Allgemein lässt sich sagen, dass die Komplexität der Mischung auch mit dem Kindesalter sinken kann bzw. soll. Für ein Kleinkind ist purer Lavendel evtl. mit einem zweiten Öl wie Vetiver oder Roman Chamomile bereits vollkommen ausreichend.

Liste an Optionen zum Durch- und Ausprobieren

Deiner Kreativität ist keine Grenzen gesetzt. Entscheide immer intuitiv und nach Lust und Laune. Lass dir gerne auch Zeit beim Zusammenstellen und rieche bewusst an den Einzelölen der Rezepte. Es wird sich DEIN Rezept finden.

  • 3 Tropfen Lavendel, 3 Tropfen Roman Chamomile
  • 3 Tropfen Lavendel, 2 Tropfen Clary Sage
  • 3 Tropfen Clary Sage, 2 Tropfen Lavendel, 1 Tropfen Römische Kamille oder Sandelholz
  • 2 Tropfen Clary Sage, 2 Tropfen Wild Orange, 2 Tropfen Juniper Berry
  • 4 Tropfen Lavendel, 2 Tropfen Cederwood, 2 Tropfen Wild Orange, 1 Tropfen Ylang Ylang
  • 2 Tropfen Lavendl, 2 Tropfen Cedarwood, 2 Tropfen Wild Orange
  • 5 Bergamot, 5 Lavendel, 4 Sandelholz, 3 Weihracuh, 3 Wild Orange
  • 20 Wild Orange, 25 Lavendel, 5 Vetiver
  • 4 Tropfen Bergamot, 3 Tropfen Tangerine, 1 Tropfen Jasmine, 1 Tropfen Vetiver oder Sandelholz
  • 4 Tropfen Bergamot, 2 Tropfen Tangerine, 2 Tropen Lavendel, 2 Tropfen Roman Chamomile
  • 6 Tropfen Grapefruit, 3 Tropfen Lavendel, 1 Tropfen Ylang Ylang, 2 Tropfen Cedarwood
  • 6 Tropfen Citrus Bliss, 6 Tropfen Lavendel
  • 2 Tropfen Römische Kamille, 6 Tropfen Geranium, 3 Tropfen Lemon, 4 Tropfen Sandalwood

Jetzt bleibt nur noch zu sagen: Schlaft gut, tief, lang. Und schlaft schnell ein. Und wacht vor allem erholt wieder auf.

Welche Rezepte magst du? Welche Öle sprechen dich beim Thema Schlaf besonders an? Wir freuen uns über deine Kommentare, Fragen und Anmerkungen.

Quellen: https://www.doterra.com/US/en/blog/healthy-living-sleep-what-many-of-us-are-missing

Ein Kommentar zu „Energie tanken im Schlaf.

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